zur Baubeschreibung, Update und Fazit (2016-11-21), zum Video

 Technische Daten:
 Bezeichnung  Unimog U411 SMX Trial-Truck
 Hersteller  MST SMX / Eigenbau
 Maßstab  1:12
 Abmessungen  [200x230x375] mm
 Gewicht  2,6 kg (ohne Akku)
 Baubeginn  2016
 Funktionen  Fahren, Lenke, Bremsen, Licht
elektrischer Teil:
 Fernsteuerung  MPX Cockpit
 Empfänger  MPX 7-Kanal
 Lenkservo  Hitec HS5955TG (18 / 24 kg bei 5 / 6 Volt)
 Akku  Lipo 3s
 Fahrregler  Servonaut T20
 Elektronik  
 Beleuchtung  LED
mechanischer Teil:
 Rahmen  MST SMX
 Fahrerhaus  Eigenbau
 Aufbau  Eigenbau
 Motor  LRP Truckpuller 12V
 Getriebe  MST SMX
 Achse(n)  MST SMX
 Antriebsachse(n)  2
 Vorderachse(n)  1
 Bereifung  s.d.i. Truck Doctor 1,9
Sonstiges:
   
 
 
 
Ein Trialer aus dem Baukasten - warum das denn? Über dieses Stadium sind wir doch lange raus. Aber...es gibt ja immer wieder Fragen nach dem Einstieg! Und hier ist nun eine Möglichkeit für unter 500 € almost RTR einzusteigen. Den Bausatz gibt es nämlich auch in weiteren Variationen: mit Motor und Fahrregler und mit Motor, Fahrregler und Karosserie. Da braucht es dann nur noch eine Fernsteuerung und einen Akku und schon kann es losgehen.
Im Forum der IGM Oberland fand ich einen Hinweis auf dieses Fahrgestell und entschloss mich dann, die Saison 2016 damit zu fahren, denn ohne Erfahrung kann man(n) ja nicht guten Gewissens was empfehlen, was man selbst nur vom HörenSagen kennt.
 
Das Fahrgestell von MST heisst SMX und hat schon von Natur aus 40 Grad Lenkeinschlag und eine brauchbare Bodenfreiheit. Die Achsen sind voll gesperrt - vorne über einen Kunststoff-Block, hinten ist die Achse durchgängig. Die Breite beträgt 195mm
 
Natürlich ginge bei Allem mehr, aber es ist ja auch ein Einsteiger-Modell und somit schon mal gut geeignet. Im Laufe der Zeit werden mit Sicherheit Tuning-Optionen bekannt werden.
 
Hier wurde allerdings nur der Grundbausatz bestellt, denn Motor, Fahrregler und Fernsteuerung lagen noch aus früheren Projekten im Bastelkeller. Gleich mitbestellt wurde der optionale Kugellagersatz und zwei Motorritzel-Varianten: 17 und 19 Zähne (eingebaut wurde am Ende das Ritzel mit 17 Zähnen)
 
So sieht also die Lieferung aus:
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Es erwartet einen ein prall gefüllter Karton mit Anleitungen, Aufklebern, und vielen nach Baustufen sortierten Beuteln mit Bauteilen
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Die Bauteile schon mal ausgebreitet. Grundlegend benötigte Werkzeuge sind auch im Lieferumfang enthalten, so da auch ein kompletter Anfänger hier einsteigen kann.
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Alle Anleitungen sind nach Bau-Abschnitten gegliedert - es kann einklich nichts schiefgehen!
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Nach ein paar Stunden Montage-Arbeit steht das Fahrgestell auf den Rädern - genauso gebaut, wie es die Anleitung vorsieht. Aus einem Forum hatte ich schon vorher den Tipp bekommen, das man hier noch an der einen oder anderen Stelle optimieren kann
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Nur mal so drauf gehalten: das U411-Fahrerhaus, das noch von einem früheren Trial-Projekt auf Halde lag. Das FH ist aus gefrästen PS-Platten zusammen gefügt und mit einem Überroll-Bügel aus Alu-Rohr versehen. Die hier noch zu sehende Stoss-Stange aus Alu musste dann nachher der Anpassung an das Fahrgestell weichen.
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Hier zu sehen die geplante Bereifung. Das Profil der Original-Bereifung ist aller Warscheinlichkeit nach nicht grobstollig genug und wird deshalb schon im Vorfeld gegen den Trial Doctor 1.9 von s.d.i. samt den passenden Beadlock-Felgen getauscht. Leider lagen der Leiferung versehentlich keine Radnaben bei - das brachte mich später noch etwas in Zeitnot.
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Auf diesem Bild sieht man schon die "Umbauten": Motor-Getriebe-Kombination sind gedreht, das Akkufach ist nach hinten gewandert. Der Einfachheit halber wollte ich nur die Achsen tauschen! Was ich vorher nicht wusste - sämtliche Traversen müssen mitgetauscht werden, sonst klappt es mit dem Lenkservo bzw. dem Platz beim Einfedern nicht. Wenn man sich also entschliesst, diesen Tausch (Akkufach nach hinten) ebenfalls durch zu führen, sollte man gleich von Anfang an so bauen, das erspart einem das Schrauben.
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Eine weitere Anprobe! Hier sieht man schon, das die hintere Abdeckung noch bearbeitet werden muss. Ausserdem ist sie in diesem Zusand zu schmal und das Fahrzeug erfüllt so nicht die Vorgaben des Regelwerkes (komplette Überdeckung der Reifen). Aber hier wollte ich noch auf die Radnaben warten (eine Nachlieferung war versprochen)...
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Vergleich der Bereifungen: montiert ist das Original (D=93mm), aussen davor gestellt der "Neue" (D=96mm)
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Hier geht es jetzt schon mal um die Details. Eine 5mm LED wurde grob mit Schleifpapier beschliffen, um eine bessere Streuung zu erreichen.
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Eingesetzt in den Scheinwerfer ergibt das einen schönen Eindruck
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Anschliessend werden die Anschlüsse noch mit PlastiDip isoliert
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Speigel müssen natürlich auch dran. Ein Stück Alu-Riffelblech mit einem Kabelbinder verklebt und das ganze schwarz lackiert. Von der Spiegel-Seite mit DC-Fix beklebt ist das eine günstige Lösung, die auch noch Trial-geeignet ist (durch den Kabelbinder entsprechend flexibel)
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Unter dem Akkufach befindet sich die Anschluss-Buchse und die Sicherung (KFZ-Flachsicherung mit Kabelschuhen)
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Über dem Lenkservo wurde noch ein RC-Fach montiert, aus PS-Platten zusammen geklebt und mit einem Deckel versehen macht es die Einbauten etwas aufgeräumter...
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Frisch lackiert in der Haus-Farbe und das Fahrerhaus in der entgültigen Position. Die hintere Abdeckung wartet immer noch auf die Radnaben (leider noch nicht geliefert), ist aber schon gekürzt.
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Aufkleber und ein paar Gimmicks warten auf die Montage
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Radnaben sind immer noch nicht da - noch drei Tage bis zum ersten Lauf! Also dazu entschlossen, die Radnaben selber herzustellen. Auf dem Bild sieht man das Rohmaterial, das zum Einsatz kommen soll. Erst einen Prototypen hergestellt - und wieder ist es ein Tag weniger. Aber nach einigen Änderungen passt das mit dem Prototypen und am nächsten Abend noch mal vier Naben in der entgültigen Version hergestellt.
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der Prototyp funktioniert - die Serie kann anlaufen. Leider bringt es nicht die erhoffte schmalere Spurweite, so das der hintere Aufbau neu gebaut werden muss.
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Serienreif: die Radnabe aus eigener Herstellung
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die Montage beginnt. könnte schöner sein (lange Überstände der Schrauben), wenn zeit und Gelegenheit ist, kommen Hutmuttern drauf. Jetzt muss es so gehen!
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Der Neubau der hinteren Abdeckung beginnt. Aus Zeitgründen gibt es hier nur eine Minimal-Version. Um dem Regelwerk gerecht zu werden, kommt nur eine Abdeckung in die Mitte plus einer Aussenverrohrung. Die Verrohrung wird wie der Überrollbügel aus Alurohr angefertigt und wegen der schlechten Biegbarkeit des dünnen Alu-Rohres an den Biegungen mit Vollmaterial verklebt.
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Nun muss noch die Länge angepasste werden und der Montage steht nix mehr im Weg
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die aus PS-Platten zusammen geklebte Abdeckung nach dem Fillern
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die hintere Querstrebe wird dann noch mit Kabebindern fixiert. Akku liegt drin und einer Probefahrt steht nichts mehr im Wege
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Ein erster Komplett-Eindruck auf der Werkbank
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der fertige "provisorische" hintere Aufbau ist angepasst
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Beleuchtung für Hinten musste natürlich auch her: Fahrlicht, Bremslicht und Blinker in Form von 3mm LED's in Gummi-Fassungen
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Elektrisch wurde der Unimog mit schon bekannten Komponenten ausgestattet: als Fahrregler kommt ein Servonaut T20 zum Einsatz, vor dem Getriebe arbeitet ein Truckpuller II in der 12V-Version und gespeist wird das Ganze mit Power aus eine 3200mAh-LiPo 3s. Als Lenkservo dient ein Hitec HS5955TG mit 18 / 24 kg bei 5 / 6 Volt
 
Hier tauchten dann auch erste Bedenken auf! Wird das BEC des T20 genügend Leistung haben, um diesen kraftvollen Servo über eine ganze Sektion mit Strom zu versorgen, ohne in die Knie zu gehen? Vorsichtshalber wurde ein externes BEC von CTI vorbereitet, damit man(n) nicht auf dem Wettbewerb wegen so einer Kleinigkeit aussteigen muss. Im Nachhinein war die Sorge unbegründet - Servonaut T20 und der Servo arbeiten problemlos zusammen.
 
RC-Box im Eigenbau, zu sehen durch die geöffnete Motorhaube
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Erste Bilder im Gelände, hier auf dem heimischen Rindenmulch-Berg
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im morgendlichen Sonnenlicht
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Hier sind noch ein paar Gewichts-Angaben:
  • 1,10 kg: leer, nur der reine Bausatz
  • 1,42 kg: mit Fahrregler und Empfänger
  • 1,72 kg: mit Akku
  • 2,12 kg: mit Fahrerhaus, Überrollbügel und hinterer Abdeckung (alt)
  • 2,40 kg: letztendliches Kampfgewicht
Es werden noch ein paar weitere Gramm dazu kommen, denn im Wettbewerb hat sich gezeigt, das der Kleine hinten zu leicht ist, beim Lenken schwänzelt und das P0tential der an sich guten Reifen nicht ausnutzt

BTW: dem Bausatz liegen drei Varianten Federn bei - ich habe die Härtesten ausgewählt. Spacer sind bislang noch keine drin - würde ich aber zum ersten Wettbewerb ins Reisegepäck legen! Kurz vor Beginn des Wettbewerbes habe ich mich dann entschlossen, vorne die breiten Spacer einzubauen. Beim Abstellen des Fahrzeuges ging es vorne imme in die Knie. Das war mit Spacer besser und hat auch bei der seitlichen Kipp-Anfälligkeit gut getan.

in voller Kriegsbemalung in natürlicher Umgebung kurz vor Start in Neumünster
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Gleich geht es los zur ersten Bewährungsprobe
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FAZIT:

der Kleine hat die drei Runden Neumünster - fast - problemlos durchgestanden und sich wacker geschlagen!

Fast? Bedeutet, das der Kunststoff-Lenkhebel aus den Bausatz den Kräften nicht stand gehalten hat und der Innen-Vielzahn jetzt ein Innen-Rund ist. Das hat mich viele Strafpunkte gekostet, konnte aber nach der Sektion gegen einen Alu-Hebel ausgetauscht werden, den ich vorsorglich schon eingepackt hatte.

Zum Eindruck:
Es lief mit dem kleinen Unimog besser, als ich erwartet hatte. Dazu kommt noch, das ich erst wieder 4x4 lernen musste! Es ist zwar kein Vergleich zu unserem Ural 6x6, aber dafür ist es ja auch ein Einsteiger-Fahrzeug.

Auch bei den anderen Teilnehmern, die das Chassis im Laufe des Wochenendes probegefahren haben, hinterlies das SMX bleibenden Eindruck! Was noch positiv auf dem Parcours aufgefallen ist, ist die Laufruhe den SMX-Chassis.

Technisch traten ausser dem Lenkhebel keine weiteren Ausfälle auf, habe aber auch noch keinen technischen Dienst geamcht!

Ergo: das Chassis kann man ohne Bedenken einem Einsteiger empfehlen. Ob das mit der eventuell mitgekauften Motor-Fahrregler-Kombi noch so gefühlvoll durchs Gelände zu steuern ist, wage ich zu bezweifeln. Das sollte man doch lieber gleich eine gutmütigere Variante empfehlen.

Das alles kann man auch in bewegten Bildern begutachten: Videos

 

Was steht jetzt noch auf dem Plan?

a) werde ich den hinteren Aufbau überarbeiten

b) mich um die Reifengewichte kümmern bzw. andere Felgen verwenden

 

Ich werde mir mal Streifen vom Walz/Dachdeckerblei vom Vereinskollegen schneiden und um den Klemm-Ring wickeln. Je nach Anzahl der Lagen kann man(n) da auch gut dosieren :-)
 
Felgen von Gmade (Stahl Felgen SR02 Beadlock 1,9), einmal mit den Original-Reifen (rechts) und einmal mit den s.d.i.-Reifen (links). Die Felgen von Gmade sind von Natur aus schon schwerer als die s.d.i. Felgen und sehen auch nicht schlecht aus. Und es sind Radnaben dabei :-P
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noch mal die Reifen-Profile im Vergleich. Die Bausatzreifen gehen warscheinlich auch nicht schlecht, sofern es trockener Untergund ist, bei dem sich das Profil nicht sofort zusetzt. In NMS wären die Reifen nach einem Meter zu Slicks geworden (feuchter, klebriger Mutterboden), damit hatten sogar die grobstolligen Reifen ihre Mühe. Zu dem könnte man die Bausatzreifen auch noch tunen, in dem man mit den Elektronik-Seitenschneider den ein oder anderen Profil-Block heraus schneidet.
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2016-11-21: Update und Fazit

nach dem in Bremen auf der EuroModell 2016 auch für mich die Saison zu Ende gegangen ist, möchte ich mal ein Fazit zum CMX-Chassis von MST ziehen.

Kurzentschlossen hatte ich mich ja Anfang der Saison 2016 dazu durchgerungen, alle Läufe mit dem - auch kurzfristig - U411 auf Basis des MST CMX-Chassis zu bestreiten. Bis auf wenige Momente habe ich das nicht bereut. Ich habe mit meinem Unimog dieses Jahr 4 Läufe in West und Nord bestritten (Hannover als meinen eigenen Lauf habe ich ausgelassen) und das sind die Ergebnisse:

Neumünster (Nord): Platz 3 von 15
Mönchengladbach (West): Platz 2 von 7
Alsheim (West): Platz 5 von 6
Bremen (Nord): Platz 6 von 15

Das ergibt eine Platzierung in der Gesamtwertung:
Nord: Platz 6 von 20
West Platz 4 von 12

Für ein Fahrzeug fast aus dem Baukasten finde ich das sehr beachtenswert! Wer auch immer das Fahrzeug zum Probieren bewegt hat, war begeistert. Ich denke, im nächsten Jahr werden wir mehr als nur meinen MST in den Sektionen sehen.

Die Leistungsfähigkeit des Chassis hängt ein wenig vom Untergrund ab, das sieht man auch in den Platzierungen. In Alsheim hatte ich die meisten Schwierigkeiten. Der Parcours bestand hier nur aus Stein mit vielen Kanten zum hängenbleiben. Hier war eindeutig die relativ geringe Bodenfreiheit das Problem. Auf Sand, Mutterboden, Granulat und Kies geht die Kiste wie Sau und man kann die geringen Abmessungen gut nutzen!

In meinen Augen hat es sich gelohnt, mal eine Saison mit so einem Fahrzeug zu bestreiten. Nicht nur, weil man es dann guten Gewissens weiter empfhehlen kann (oder ggf. auch nicht), sondern auch, weil man dann mal wieder geerdet wird. Wenn man immer nur mit einem "Oberklasse"-Fahrzeug fährt, weiss man so mal wieder, wie es mit einen nicht ganz so leistungsfähigem Fahrzeug ist und man kann auch die Sektionen entsprechend stecken. Ich habe jedenfalls schon angefangen, diese Chassis an Einsteiger weiter zu empfehlen.

Nun noch ein paar Bilder vom Fahrzeug:

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Probefahrt im heimischen Garten - noch mit Original-Bereifung
 
Neumünster Sektion 1
 
Neumünster Sektion 4